Ford – Ka – Schau mal genauer hin…
Schade eigentlich, dass Ford beim Einsatz der Musik für den neuen KA nicht besonders konsequent ist. Die Musik aus dem TV-Werbespot hat echten Ohrwurmcharakter und gibt dem Werbespot überhaupt erst Sinn, was den ganzen Spot sehr gelungen macht. Schaut man allerdings über den Tellerrand hinaus und besucht den KA einmal im Internet, ergibt sich ein ganz anderes Bild.
Auf der Homepage des KA fällt auf, dass zwar am Grundprinzip "Schau mal genauer hin" festgehalten wird ("Find it", "Schon entdeckt?"), musikalisch trifft man hier aber auf etwas ganz Anderes: Nämlich ein komplett anderes Musikstück! Die Hintergrundmusik der Webseite klingt fast wie aus einem alten C64 und man fühlt sich, als wäre man in einem Level der Giana Sisters gelandet. Zunächst könnte man ja glauben, das sei einfach nur irgendeine Hintergrundmusik, doch dieser Song taucht einfach überall wieder auf. Schaut man sich unter "Schon entdeckt?" die verschiedenen Videos an, begegnet man immer wieder der gleichen Musik - mal mehr, mal weniger ausproduziert. Und auch auf der Myspace Seite des KA ertönt wieder der gleiche Song.
Ich frage mich, warum der Song aus der Werbung nicht kampagnen-übergreifend eingesetzt wird, wo er doch so gut ins Konzept passt?
Wie, wo, was weiß OBI!
Ich muss zugeben, seit diese Werbung läuft, geht sie mir gehörig auf die Nerven. Aber ich muß ihr auch zugestehen, dass Sie durch die Abwandlung des Queen-Klassiker "We will rock you" auf jeden Fall im Gedächtnis hängen bleibt - sei es nun aus positiven oder negativen Gründen. Zwar lassen die Sangeskünste der OBI-Mitarbeiter was Ton- und Taktsicherheit angeht doch arg zu wünschen übrig, trotzdem entwickelt sich, wahrscheinlich auch gerade deswegen, eine charmante Fußballstadion-Atmosphäre, die einfach alle mitreisst. Ob das nun gefällt oder nicht, sie dahingestellt, funktionieren tut es allemal.
Volkswagen Passat CC – anmutig wie ein Zahnarztbohrer
Dieses Geräusch weckt bei manchem tiefste Urängste - vielleicht fühlt man sich deshalb genötigt, bei dieser Werbung einfach hinzuschauen. Dieser Spot weiß die Aufmerksamkeit der Zuschauer wirklich geschickt zu lenken.
1. Faktor: Zahnarztbohrer
Jedes Mal, wenn dieser Spot läuft, muss ich einfach zum Fernseher schauen, auch wenn ich das Zahnarztbohrer-Geräusch eigentlich eher als nervig und potentiell kopfschmerzverursachend empfinde.
2. Faktor: Gruppenzwang
Alles schaut zum Auto - Gärtner, Kind, Passanten - ich auch! Das bemerke ich allerdings erst hinterher, als ich die Frage nach der Frau mit dem Leoparden schon fast beschämt mit "Nein" beantworten muss.
3. Faktor: Linksdrall
Alle gucken nach links und überwiegend fährt auch das Auto nach links - besonders gegen Ende des Spots. Kein Wunder, dass man so die Frau mit dem Leoparden auf der rechten Seite im Halbschatten schnell mal übersieht.
4. Faktor: Beim nächsten Mal gucke ich genauer hin
Die Macher können sich ziemlich sicher sein, dass die Zuschauer beim nächsten Mal noch genauer hinschauen werden.
Und was bleibt als Message hängen? Dieser Passat ist einmaliger und ungewöhnlicher als eine Frau, die mit ihrem Leoparden auf der Strasse Gassi geht, das ist wahrhaft: Das Auto!
Musik: Trentemoller - Into the Trees
Orbit Balance setzt auf Momente der Ruhe
Gerade bin ich beim Spiefilmschauen eingeschlummert, da reißt mich auch schon wieder die unverschämt laute Werbung aus den Träumen. Diese Prinzip funktioniert ganz hervorragend: Die Werbung weckt mich wie mit 2 Ohrfeigen und will mich so auf sich aufmerksam machen: "Los, schau Dir gefälligst die Produktinformationen an!"
Ich nutze die Zeit und lasse mir von meiner Freundin eine kurze Zusammenfassung dessen geben, was ich gerade verschlafen habe. Doch plötzlich muß ich zum Fernseher schauen: "Geht's etwa schon weiter?" Es ist auf einmal ganz still geworden, meine Freundin muß nicht mehr gegen die lauten Werbespots anbrüllen. Ich schaue auf die Mattscheibe und sehe einen grünen Hintergrund mir weißer Schrift "Ein Moment der Ruhe". Im Anschluß eine Packung Orbit Kaugummi mit sanften Gitarrenklängen und ein paar gesummte Töne. Das hat gesessen. Ich mußte unwillkürlich zum Fernseher schauen, da dieser unerwartete Moment der Ruhe mich völlig aus dem gewohnten Werbetrott gerissen hat.
Den Machern ist es mit diesem Spot gelungen, die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu erregen. Ein gutes Beispiel dafür, dass bei der heutigen Reizüberflutung manchmal einfach weniger mehr ist.